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News aus dem Gemeinderat 
An der letzten Sitzung hat der Gemeinderat u. a. folgende Geschäfte behandelt

Herzogenbuchsee / Legislaturziele 2018 – 2021 verabschiedet 
Fünf zentrale Herausforderungen 

Der Gemeinderat hat die Legislaturziele 2018 – 2021 verabschiedet. Dabei stehen fünf zentrale Herausforderungen im Vordergrund, denen sich die Einwohnergemeinde Herzogenbuchsee stellen will. Eine davon lautet: Qualitative Weiterentwicklung des Bahnhofareals.

Die Legislaturziele bilden zusammen mit der Gemeindestrategie 2030, dem Finanzplan und dem Budget für den Gemeinderat eines der wichtigsten Planungs- und Führungsinstrumente. Legislaturziele konkretisieren die Eingaben der verschiedenen Akteure, nennen Massnahmen zur Zielerreichung und machen so die gemeinderätliche Politik messbar.

Breit abgestützt

Dass auch für die aktuelle Legislatur 2018 – 2021 Ziele formuliert werden sollen, hat der Gemeinderat an seiner ersten Sitzung in neuer Zusammensetzung im vergangenen Januar beschlossen. Im Rahmen der Erarbeitung der Legislaturziele wurden die Ortsparteien, die ständigen Kommissionen sowie sämtliche Verwaltungsabteilungen eingeladen, Eingaben an den Gemeinderat zu machen. An einem gemeinsamen Workshop im Juni wurden jene Handlungsfelder definiert, welche prioritär angegangen werden sollen. Nun hat der Gemeinderat in seiner September-Sitzung die definitive Fassung der Legislaturziele verabschiedet.

Daraus ergeben sich die fünf grössten Herausforderungen, denen sich die Gemeinde Herzogenbuchsee aus Sicht des Gemeinderats in der aktuellen Legislatur stellen muss. Es sind dies:

–              Umsetzung Ortsplanung; Schwerpunkt: qualitative Weiterentwicklung des Bahnhofareals
                beidseits der Gleise

–              Konkretisierung und Umsetzung der Schulraumplanung; gemeinsam mit Niederönz

–              Bedarf zur Einführung von Schulsozialarbeit abklären

–              Finanzhaushalt ausgeglichen gestalten

–              Attraktiverung der Aussenräume, Begegnungs- und Spielplätze.

Weitere Ziele und Massnahmen

Bei den genannten Schwerpunkten handelt es sich bewusst um qualitative Ziele. Nicht aufgeführt werden Investitionen. Diese ergeben sich aus dem Langzeitinvestitionsprogramm und werden in der rollenden Finanzplanung jährlich aktuell dargestellt. Neben den fünf Schwerpunkten wurden für die Bereiche Gemeindeentwicklung, Bildung, Sozialintegration, Kultur / Freizeit, Umwelt / Raumordnung / Verkehr sowie Finanzen je weitere Ziele und Massnahmen definiert, welche bis 2021 angepackt, resp. umgesetzt werden sollen.

So sollen etwa im Bereich Gemeindeentwicklung die Gemeinde-Webseite neu gestaltet und eine Strategie für die digitale Verwaltung erarbeitet werden. In diesen Bereich fällt auch die Überarbeitung der Gemeinde- und Eigentümerstrategie im Zusammenhang mit der Tochterunternehmung EWK Herzogenbuchsee AG. Im Bereich Bildung muss die Informatik-Strategie überdacht werden. Die Erarbeitung eines neuen ICT-Konzepts ist bereits in Auftrag gegeben worden. Das Ziel im Bereich Kultur und Freizeit muss es sein, Breite und Standard des gegenwärtigen Angebots mindestens auf dem heutigen Niveau zu halten. Zudem soll versucht werden, die «KreuzKellerBühne» als regional bedeutendes Kulturangebot zu positionieren. Beim «Sport» soll ein Konzept für eine zweite Sporthalle in Angriff genommen werden. Schliesslich sollen für den Bereich Umwelt / Raumordnung / Verkehr folgende Massnahmen umgesetzt werden: Versuchsbetrieb für lokales ÖV-Angebot, Aktualisierung und Digitalisierung des  Konzepts zur Unterhaltsplanung der Gemeindestrassen sowie die Klärung des Standorts für das Wehrdienstmagazin, damit die Gemeinde ihren Werkhof an einem Standort konzentrieren kann.

Flexibel bleiben

Trotz der festgelegten Ziele und Prioritäten gilt es für den Gemeinderat, jederzeit auf ausserordentliche Herausforderungen und Ereignisse zu reagieren, die nicht geplant waren. Weiter steht dazu in der Broschüre zu den Legislaturzielen: Auch die sich immer rascher ändernden Rahmenbedingungen verlangten eine offene Planung und vom Gemeinderat die Bereitschaft zur schnellen und flexiblen Reaktion.

Die detaillierten Legislaturziele können auf der Gemeindeverwaltung oder im Internet unter www.herzogenbuchsee.ch eingesehen werden. 

 

Die fünf Legislatur-Schwerpunkte

Umsetzung Ortsplanung; Weiterentwicklung Bahnhofareal

Die 2014 genehmigte Ortsplanung ermöglicht im Bahnhofgebiet eine Siedlungsentwicklung nach innen. Die sich daraus bietenden Chancen für die Weiterentwicklung des Standortes Herzogenbuchsee als Wohn- und Arbeitsort sollen genutzt werden. Zum einen soll mit der Umgestaltung der Industriebrachen westlich der Bahn die Ansiedlung von Dienstleistungsarbeitsplätzen und die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum an attraktiver Lage ermöglicht werden – zum andern sollen der Ortskern, das Bahnhofquartier-Ost und der Bahnhof selbst aufgewertet werden. Die vorgesehene Verlängerung der Personenunterführung beim Bahnhof ermöglicht eine direkte Verbindung der beiden Quartiere.

Schulraumplanung

Für die Sanierung des bestehenden und die bedarfsgerechte Erweiterung des künftig erforderlichen Schulraumes sollen die Ergebnisse aus dem Grobkonzept der Schulraumplanung in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Niederönz in einem gemeinsamen Projekt konkretisiert und auf Stufe Vorprojekt weiter ausgearbeitet werden.

Einführung Schulsozialarbeit

Die Schule Herzogenbuchsee klärt gemeinsam mit dem Oberstufenverband den Bedarf an Schulsozialarbeit ab und führt bei vorhandenem Bedarf entsprechende Angebote ein.

Ausgeglichener Finanzhaushalt

Der Finanzhaushalt ist bis Ende Legislatur ausgeglichen zu gestalten. Dabei sollen das strukturelle Defizit weiter abgebaut, der Selbstfinanzierungsgrad erhöht und die gute Eigenkapitalbasis erhalten werden. In diesem Zusammenhang soll eine Finanzstrategie zur längerfristigen Steuerung des Finanzhaushaltes erarbeitet werden. Investiert wird in erster Linie in den Werterhalt der bestehenden Infrastrukturen. Gleichzeitig wird die Aufgabenüberprüfung weitergeführt; sprich das Leistungsangebot wird kritisch hinterfragt und die Einwohnergemeinde bietet nur dort eigene Leistungen an, wo diese nicht durch Dritte kostengünstiger und in gleicher Qualität erbracht werden können.

Attraktiverung der Aussenräume sowie der Begegnungs- und Spielplätze

Die stärkere Siedlungsentwicklung nach innen führt zu veränderten Bedürfnissen im öffentlichen Raum. Im Rahmen eins Projektes sollen deshalb die künftigen Anforderungen an den Aussenraum und die Begegnungs- und Spielplätze geklärt und, wo nötig, Massnahmen definiert werden.

Herzogenbuchsee, 27. September 2018

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Masterplan Bahnhofgebiet     
Öffentlicher Informationsanlass am 30. Oktober  

Das Gebiet um den Buchser Bahnhof soll urbaner werden. Gegenwärtig wird dafür als Planungsgrundlage der Masterplan Bahnhofgebiet erarbeitet. Am 30. Oktober werden im Rahmen einer öffentlichen Information der Bevölkerung die aktuellen Zwischenergebnisse präsentiert.

Dem heutigen Bahnhofquartier in Herzogenbuchsee, dem Bahnhofgebiet Ost, stehen grosse Veränderungen bevor. Neben der Neugestaltung des Bahnhofplatzes und der Verbesserung der Verkehrssituation geht es vorab um eine sinnvolle Verdichtung des Gebiets. Hier besteht aus Gemeindesicht ein grosses Potenzial, wie verschiedene Visionen und Planungsentwürfe zeigen. Kurz: Buchsi soll zwischen den neuen Quartieren im Westen, dem Bahnhof und dem historischen Dorfkern urbaner werden.

Wie das geschehen soll – das soll ein Masterplan aufzeigen, welcher gegenwärtig erarbeitet wird. Den Masterplan Bahnhofgebiet hat der Gemeinderat vor einem Jahr in Auftrag gegeben. Es gibt zwar einen Richtplan Bahnhofgebiet aus dem Jahr 2014, der in neun Massnahmenblättern allgemein gehaltene Zielsetzungen formuliert – insbesondere griffige Inhalte zum Thema Innenentwicklung fehlen aber. Im angestrebten Masterplan sollen nun im Sinne eines Gesamtkonzeptes die städtebaulichen Überlegungen mit den bereits vorhandenen Betrachtungen zum Aussenraum und zum Verkehr ergänzt werden. Alles immer vor dem Hintergrund, dass durch eine qualitative Innenentwicklung der Ortskern belebt und gestärkt werden kann.

Gutachterverfahren

Erarbeitet wird der Masterplan im Rahmen eines sogenannten «Gutachterverfahrens». Will heissen: Die Gemeinde sowie externe Fachexperten begleiten den Entwurf des Masterplans, wobei die Resultate schrittweise an drei Workshops besprochen und hinterfragt werden. Das spart Kosten und Zeit, ermöglicht den frühzeitigen Einbezug aller wichtigen Akteure und vereinfacht den Wissenstransfer zwischen den Fachleuten. Ende August wurde den Beteiligten in einem zweiten Workshop der aktuelle Zwischenstand des Planungsverfahrens präsentiert. Einmal mehr wurde betont, dass in städtebaulicher Hinsicht die  Schwerpunkte für den Ostteil des Bahnhofquartiers auf einer qualitativ guten Siedlungsentwicklung nach Innen liege und für die  Entwicklung der Industriebrachen westlich der Gleise optimale Voraussetzungen geschaffen werden sollen.

Die am dringendsten zu klärende Frage im Bereich Verkehr sei jene nach dem Anschluss der Personenunterführung an die beiden Bahnhofplätze Ost und West. In diesem Zusammenhang müsse ebenfalls die Funktion der beiden Plätze festgelegt werden. Beispielsweise stellt sich hier die Frage nach dem künftigen Bus-Bahnhof, der bis 2023 behindertengerecht gestaltet werden muss. Weil das am jetzigen Standort aus Platzgründen aber an Grenzen stossen dürfte, muss die Idee geprüft werden, ob die Busse (zumindest Richtung Solothurn) künftig auch auf der Westseite der Bahn anhalten könnten, was sich – je nach Lösung – wiederum auf die Gestaltung der Areale auswirkt.

Zwischenergebnisse vorstellen

In einem nächsten Schritt sollen der Bevölkerung vor dem dritten Workshop ein Werkstatt-Einblick gewährt und die Zwischenergebnisse präsentiert werden. Stattfinden wird diese öffentliche Informationsveranstaltung am Dienstag, 30. Oktober, im Sonnensaal (Beginn: 19 Uhr). Für die Anwesenden besteht die Gelegenheit, ein direktes Feedback abzugeben sowie weitere Verbesserungsvorschläge und Anregungen einzubringen. Diese werden nach Möglichkeit in den Masterplan einfliessen, welcher dann im Workshop 3 verabschiedet werden soll.

Masterplan Bahnhofgebiet – Präsentation Zwischenergebnisse: 

Öffentlicher Informationsanlass, Dienstag, 30. Oktober 2018, 19 Uhr;  Sonnensaal Herzogenbuchsee.

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Kredit für Modernisierung der Lüftungsanlage   

Die bestehende Lüftung im Buchser Kornhaus soll mit einer modernen Steuerung nachgerüstet werden. Dafür bewilligte der Gemeinderat einen Kredit von 55 000 Franken – eine Investition, mit der Energiekosten eingespart werden können.

Aufgrund des anstehenden Umbaus des 2. Obergeschosses im Kornhaus für die Sozialabteilung und der fehlenden Anbindung des Stockwerkes an die Lüftungsanlage, wurde die Gelegenheit genutzt und die Installationen in der gesamten Liegenschaft überprüft. Schon lange sind die sehr hohen Nebenkosten aufgefallen, wobei die Lüftungsanlage einen grossen Anteil daran trage, so das Resultat der Messungen. Beispielsweise erzeuge die Lüftung eine 100-Prozent Luftwechselrate, obwohl lediglich 25 Prozent des Gebäudes gleichzeitig genutzt würden-

Die 2008 installierte Lüftung erfüllt zwar alle gesetzlichen Richtlinien – sie ist aber inzwischen schlicht technisch veraltet. Zudem fehlt eine effiziente Steuerung der Luftzufuhr; mit dem Resultat, dass es im Winter zu kalt und im Sommer zu warm wird, was sich sowohl auf das Raum-Klima wie auch auf die  Nebenkosten-Abrechnung negativ auswirkt.

Rasch amortisiert

Die Lösung: Die Lüftungsanlage wird mit einer elektronischen Steuerung nachgerüstet. Raumfühler sorgen dafür, dass nur jene Räume belüftet werden, welche auch wirklich genutzt werden. Für die eigentliche Anpassung der Steuerung sind im Kredit von total 55 000 Franken deren 12 000 Franken vorgesehen, der Rest der Kosten entfällt auf die Anbindung  des 2. Stocks an die Lüftungsanlage sowie auf diverse Anpassungen. Insgesamt handelt es sich um eine Investition, die sich rechnen wird, geht man doch davon aus, dass jährlich rund 2000 Franken an Stromkosten eingespart wer-den. Nicht zuletzt verhelfen die Anpassung der Lüftung und die damit verbundenen Einsparungen der «Energiestadt» Herzogenbuchsee zu kostbaren Punkten für das nächste Re-Audit in zwei Jahren.

Herzogenbuchsee, 25. September 2018

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Schule Herzogenbuchsee:
Projektauftrag für neues ICT-Konzept

Der Gemeinderat hat in seiner August-Sitzung die Erarbeitung eines neuen ICT-Konzepts für die Schule Herzogenbuchsee in Auftrag gegeben. ICT steht für «information and communications technology». Beantragt wird das ICT-Konzept von der Bildungskommission. 

Die ICT-Infrastruktur sei in die Jahre gekommen und bedürfe einer Anpassung an die modernen Anforderungen, begründet diese ihren Antrag. Das Ziel sei die Erstellung eines Konzepts, welches alle Schulstandorte in Herzogenbuchsee und Oenz berücksichtigt (inkl. Kindergärten). Über allem steht die Absicht, ICT-Mittel mit einer entsprechenden Infrastruktur in den Unterricht zu integrieren und diesen durch die Nutzung von modernen, digitalen Angeboten zu ergänzen. Geprüft werden soll auch, ob der momentan geltende ICT-Vertrag mit Langenthal weitergeführt werden soll. Dieser läuft nach dem nächsten Schuljahr Ende Juli 2019 aus. 

Der Kickoff für das Projekt erfolgt im September. Vorliegen soll das neue ICT-Konzept bis Ende 2019, so dass es auf das Schuljahr 2020/2021 umgesetzt werden könnte. Projektleiter ist Beat Wermuth, Mitglied der Bildungskommission.

  

Audit: Kinderhut erhält ein „sehr gut“ 

«Das Resultat ist sehr gut, sämtliche Anforderungen sind erfüllt.» Zu diesem Fazit gelangt der Ausschuss für familienergänzende Angebote, welcher im vergangenen Juni ein Audit beim Trägerverein Kinderhut  durchgeführt hat. Institutionen, die von der Gemeinde mit einem Leistungsvertrag ausgestattet sind, werden regelmässig überprüft, ob sie ihren Auftrag und die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Den Ausschuss familienergänzende Kinderbetreuung bilden die beiden Gemeinderäte Gabriel Lüchinger (Soziales; SVP) und Hans Moser (Bildung; BDP) sowie Andrea Lüthi (Leiterin Sozialabteilung) und Nick Moret (Leiter Bildungsabteilung). 

Der Trägerverein Kinderhut ist in Herzogenbuchsee und Umgebung für die familienexterne Kinderbetreuung verantwortlich. Der Kinderhut bietet nebst der Kindertagesstätte und der Tagesschule mit Mittagstisch auch die Vermittlung von Tageseltern an. Alles in allem betreut der Kinderhut über 500 Kinder. Der Kinderhut  erbringt seine Dienstleistungen im Rahmen von Leistungsverträgen mit den Gemeinden Herzogenbuchsee und Thunstetten-Bützberg. Der Trägerverein wurde 2003 gegründet und feierte im vergangenen Mai seinen 15. Geburtstag mit einem Jubiläumsfest.

Herzogenbuchsee, 27. August 2018

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Machbarkeitsstudie - Abwasserentsorgung an die EWK Herzogenbuchsee AG auslagern?

Die Gemeinde Herzogenbuchsee will die Machbarkeit für eine Auslagerung der Aufgaben der Abwasserentsorgung an die EWK Herzogenbuchsee AG prüfen. Mit der Auslagerung sollen Doppelspurigkeiten zwischen ARA-Verband und Gemeinde vermieden werden. 

Die Einwohnergemeinde Herzogenbuchsee prüft, ob es Sinn macht, die Abwasserentsorgung an die EWK Herzogenbuchsee AG auszulagern. Ende Juni hat der Gemeinderat beschlossen, gemeinsam mit dem Verwaltungsrat der EWK eine Machbarkeitsstudie durchzuführen. Den Verbandsgemeinden des ARA-Verbands wird die Gelegenheit geboten, sich an der Machbarkeitsstudie zu beteiligen. Resultate zur Machbarkeit samt Grundsatzentscheid und damit ein entsprechender Projektantrag sollen bis Ende Oktober vorliegen. 

Herzogenbuchsee reagiert damit auf die Absicht des ARA-Verbands Region Herzogenbuchsee, der die betriebsnotwendigen Leitungen und Sonderbauwerke der Gemeinden im Rahmen der Umsetzung des Verbands-GEP (Genereller Entwässerungsplan) übernehmen möchte. Im Falle von Herzogenbuchsee würden so rund ein Drittel bis ein Viertel (je nach Umsetzung GEP Herzogenbuchsee) der heutigen Wiederbeschaffungswerte von 56 Mio. Franken den Eigentümer wechseln – und gleichwohl wäre die Gemeinde für ihr Ortsnetz weiterhin selbst zuständig. Mit anderen Worten: Es entsteht eine zusätzliche Schnittstelle zwischen ARA-Verband und Gemeinde. Aus der Sicht der Gemeinde mache eine Übertragung von Teilen der Abwasseranlagen an den Verband aber nur dann Sinn, wenn dieser erstens in der Lage sei, ein professionelles Infrastrukturmanagement zu gewährleisten und zweitens keine Doppelspurigkeiten geschaffen würden. 

Zusätzliches Geschäftsfeld für EWK

Die Diskussionen über die Umsetzung des Verbands-GEP hätten gezeigt, dass es eine professionelle Organisation zur Sicherstellung des künftigen Betriebs, des Unterhalts sowie der Erweiterung der Verbandsanlagen brauche, wird von Gemeindeseite weiter begründet. Notwendig wäre eine Übertragung der operativen Aufgaben an eine Unternehmung, wie die EWK AG. Diese verfüge bereits über Erfahrungen im Bereich von leitungsgebundenen Ver- und Entsorgungsaufgaben. Zudem würden sich bei zahlreichen Projekten Synergien ergeben. Ausserdem verfüge die EWK bei den Gemeinden in der Subregion über ein gutes Image, womit davon ausgegangen werden könne, dass sie von den ARA-Verbandsgemeinden akzeptiert würde.

Aus diesem Grund will die Gemeinde Herzogenbuchsee aus strategischer Sicht prüfen, der EWK analog der Wasserversorgung auch die gesamte Abwasserentsorgung als neues zusätzliches Geschäftsfeld zu übertragen. Ein solches Vorgehen hätte nach Ansicht des Gemeinderats Signalwirkung für die übrigen Verbandsgemeinden und könnte der EWK kurzfristig weitere Dienstleistungsaufträge sichern. 

Kornhaus
Nachkredit: Umbau Sozialabteilung kostet 60'000 Franken mehr

Der im Dezember 2015 bewilligte Kredit von 140'000 Franken für den Ausbau der Sozialabteilung am ehemaligen Standort der Bibliothek im zweiten Obergeschoss des Kornhauses reicht nicht aus. Mehr Arbeitsplätze sowie der Einbau einer Toilette sorgen für Mehrkosten von 60'000 Franken.  

2014 wurde entschieden, dass nach dem Auszug der Bibliothek das zweite Obergeschoss im Kornhaus für den Ausbau der aus allen Nähten platzenden Sozialabteilung gebraucht wird. Zudem sollen die zwei Arbeitsplätze der AHV-Zweigstelle ebenfalls ins Kornhaus umziehen. Trotz des damals noch fehlenden Standorts für die Bibliothek hatte der Gemeinderat im Dezember 2015 für die Umsetzung eines Grossraumbürokonzepts einen Kredit von 140 000 Franken bewilligt.

Im Herbst 2016 zog die Bibliothek an ihren neuen Standort an der Bernstrasse. Seitdem steht das ganze zweite Obergeschoss leer. Wegen des Wechsels an der Spitze der Sozialabteilung blieb das Projekt sistiert. Seit Ende 2017 ist die Planung jedoch wieder in vollem Gang. Sowohl das Baukonzept als auch die Einrichtung wurden überarbeitet und optimiert. Ziel ist es, den zweiten Stock im Spätsommer 2018 zu beziehen.

Kredit reicht nicht aus
Es hat sich jedoch in der Zwischenzeit herausgestellt, dass der damalige Kredit nicht ausreicht. Begründet werden die Mehrkosten vorab mit der Anzahl Arbeitsplätze: War man im Kreditantrag 2015 noch von neun Arbeitsplätzen ausgegangen, werden nun in der ehemaligen Bibliothek deren elf eingerichtet. Im abgetrennten Raum, im ehemaligen Büro der Bibliothek, wird die AHV-Zweigstelle mit zwei Arbeitsplätzen einziehen. Für die Besprechungen der AHV-Zweigstelle soll zudem der heutige Putzraum umgenutzt werden. Und nicht zuletzt ist im aktuellen Projekt der Einbau einer Toilette vorgesehen. 

Kritisch hinterfragt wurden wie schon beim ursprünglichen Kredit die Kosten für das Büromobiliar. Damit das Mobiliar mit demjenigen aus dem benachbarten Gemeindehaus kompatibel sei, wolle man der bisherigen Linie treu bleiben, wird begründet. Daneben werde bestehendes Mobiliar weiter verwendet. Die Mehrkosten beim Mobiliar ergeben sich neben der höheren Anzahl Arbeitsplätze aufgrund der Tatsache, dass vorläufig auf die Digitalisierung der Klienten-Dossiers verzichtet wird. Entsprechend braucht es zusätzliches Mobiliar zur Aufbewahrung der Dossiers, während man bei der früheren Planung von einem papierlosen Büro ausging. 

Ausbau Dachstock muss warten
Vom ebenfalls diskutierten Ausbau des Dackstocks wird vorerst abgesehen. Dafür wären ursprünglich 46'000 Franken eingestellt gewesen, um welche nun der Kredit gekürzt wurde. Solange man sich hier über das  Nutzungskonzept nicht einig sei, wolle man das Risiko nicht eingehen, dass wegen des Dachgeschosses das ganze Projekt blockiert werde, wird der Verzicht begründet. Und weiter: Der Ausbau der Sozialabteilung ist hingegen unbestritten, und man müsse nun endlich vorwärts machen. 

Unter dem Strich ergeben sich damit Mehrkosten von 60'000 Franken gegenüber dem ursprünglich bewilligten Kredit. Der Gemeinderat stimmte Ende Juni dem gesamten Kredit von jetzt 200'000 Franken zu. Dieser unterliegt dem fakultativen Referendum. Die Frist läuft bis am 6. August. 

160'000 Franken für ein neues Kommunalfahrzeug 

Anstelle eines neuen Kommunaltraktors soll ein multifunktionaler Geräteträger inklusive Winterdienstausrüstung angeschafft werden. Der dafür bewilligte Kredit von 160'000 Franken unterliegt dem fakultativen Referendum. 

Seit mehr als elf Jahren ist das Kommunalfahrzeug des Werkhofs im Einsatz. Doch das Fahrzeug ist in die Jahre gekommen und für teure Reparaturen anfällig, die in keinem Verhältnis zum damaligen Anschaffungspreis mehr stünden, begründet die Bauabteilung den Antrag für einen Ersatz. Zudem wird beim Einsatz im Winterdienst gegen die Sicherheitsnormen und das Gesetz verstossen. Fazit: Da die ausgestreute Salzmenge nicht sogenannt „wegeabhängig“ ist, ist die Anschaffung eines neuen Kommunalfahrzeuges mit Pflug und gesetzeskonformem Aufsatzstreugerät unumgänglich.  

Werkhof-Fuhrpark optimieren
Gekauft werden soll ein multifunktionaler Geräteträger (130'000 Franken) inklusive der benötigten Winterdienstausrüstung (30'000 Franken). Dafür wird entgegen der Investitionsplanung von der Anschaffung eines Kommunaltraktors sowie vom Ersatz des Transporters abgesehen. Auch auf den für 2019 im Investitionsplan vorgesehenen Ersatz des Rasenmähers für 60'000 Franken soll verzichtet und stattdessen im nächsten Jahr ein für den Geräteträger passendes Mähwerk angeschafft werden. Damit müsste man keine komplett neue Maschine anschaffen, welche in der kalten Jahreszeit ungenutzt bliebe, so die Idee. Im 2020 wird dann gemäss Investitionsplan ein neuer Kleintraktor angeschafft. Somit sei ab 2020 der Werkhof-Fuhrpark in allen Jahreszeiten optimal ausgenutzt und die wirtschaftlichste Lösung erreicht, sind die Verantwortlichen überzeugt.

Rechnen wird sich auch die neue Winterausrüstung. Mit ihr wird noch rund die Hälfte der jetzigen Salzmenge verbraucht, was neben dem Einhalten der gesetzlichen Forderung je nach Schneemenge zu einer jährlichen Einsparung von mehreren Tausend Franken führt. Zudem soll versucht werden, das alte Fahrzeug zu verkaufen. 

Fakultatives Referendum
Der Gemeinderat folgte diesen Argumenten und stimmte der Beschaffung des neuen Kommunalfahrzeuges samt der gesetzlich geforderten Winterausrüstung zu. Der Kredit von 160'000 Franken unterliegt dem fakultativen Referendum. Die Referendumsfrist dauert bis am 6. August. 

Neben dem Kreditbegehren hat der Gemeinderat zudem beschlossen, ein Einsatzkonzept für jedes Kommunalfahrzeug zu erstellen sowie eine Ablöseplanung der einzelnen Fahrzeuge zu erarbeiten. Damit soll verhindert werden, dass wie in der Vergangenheit vielfach geschehen, notwendige Fahrzeuganschaffungen immer wieder verschoben werden. Denn: Aus betriebswirtschaftlicher Sicht macht dieses Herauszögern keinen Sinn, sind doch die letzten Betriebsstunden eines Kommunalfahrzeuges aufgrund anstehender und nicht verschiebbarer Reparaturen jeweils unverhältnismässig teuer. 

Überprüfung Buslinie 52

Nachbargemeinden wollen keine Aufteilung in einen West- und Ost-Ast
Die Regionale Verkehrskonferenz Oberaargau RVK hat wegen ungenügender Nutzung die Buslinie 52 (Herzogenbuchsee – Thörigen – Bleienbach – Langenthal) auf geänderte Linienführungen hin untersucht. Die Idee, die Linie in einen West- und Ost-Ast zu teilen, stiess auf Widerstand. Die angestrebte Erschliessung der regionalen Hotspots im Buchser «Holz» (Hallenbad, Sporthalle, Schulen, RAZ, Wysshölzli) kann damit vorerst nicht mit der Linie 52 realisiert werden. 

Der Kanton überprüft die von ihm finanzierten Regionallinien periodisch auf ihren Kostendeckungsgrad hin. Dabei ist u.a. klargeworden, dass die Linie 52 von Herzogenbuchsee via Thörigen und Bleienbach nach Langenthal und von dort nach Thunstetten und retour den geforderten Kostendeckungsgrad noch knapp erreicht, aber in ungenügendem Masse nachgefragt wird. Der Ausschuss Regionalen Verkehrskonferenz Oberaargau (RVK) hat dem Planungsbüro metron den Planungsauftrag für die Buslinienführung der Linie 52 sowie die Überprüfung der Buslinien in der Stadt Langenthal erteilt. Zusammen mit einer Arbeitsgruppe wurden verschiedene Optionen und Varianten eingehend geprüft. 

Variante «Aufteilen»
Eine Option, die im Rahmen der Diskussion der Linienführung der Linie 52 besonders geprüft wurde, war die Variante «Aufteilen» in einen West- (Herzogenbuchsee und Umgebung) und einen Ost-Ast (Langenthal – Thunstetten – Bleienbach). Der Buchser RVK-Vertreter Hans Kapar Schiesser und der Thöriger Gemeinderat Sandro Moret haben, ergänzt durch das Büro metron und die asm, welche die 52er-Busse betreibt, eine Linienführung für einen eventuellen West-Ast ausgearbeitet. 

Vorgesehen war die Erschliessung der regional wichtigen Infrastruktureinrichtungen im «Holz» Buchsi (Schwimmbad, Sporthalle; Schulen, RAZ, Wysshölzli-Klinik, u.a.) sowie in Thörigen das stark gewachsene Quartier «Sandacher» vom Bahnhof Herzogenbuchsee aus via Zürichstrasse und Belzerngässli / SRO-Pflegeheim. Von Thörigen aus wäre der Bus wie bis anhin nach Bettenhausen/Bollodingen gefahren und dann wieder an den Bahnhof Herzogenbuchsee zurückgekehrt. 

Widerstand
Die asm ging davon aus, dass die Linie technisch fahrbar sei und genügend Zeitreserven bestanden hätten. Eine weitere Untervariante mit einer Zusatzschlaufe Oberdorf/Thörigen wurde wegen zu langer Fahrzeit verworfen. Über die Linie 52 «West» hätte man damit eine neue Ortsbedienung in Herzogenbuchsee/Oberdorf erreicht (neue Haltestellen: Belzerngässli / Abzweigung Stelliweg und Sporthalle Mittelholz), die Anbindung von Thörigen verbessert , aber Bleienbach (und weniger wichtig, weil durch die Linie 51 direkter abgedeckt, Langenthal) auf diesem Umweg nicht mehr erreicht.

Hätte und wäre – die Idee einer Aufteilung der Linie in zwei Äste stiess auf Wiederstand der Umgebungsgemeinden, wie ein gemeinsames Treffen Mitte April ergab. Um keinen Konflikt unter den Nachbargemeinden zu provozieren, opponierte Herzogenbuchsee in der RVK in der Folge nicht mehr gegen den Entscheid, auf die Aufteilung der Linie zu verzichten. 

Vorerst keine Erschliessung
Fazit: Die angestrebte Erschliessung der Region «Holz» in Herzogenbuchsee mit Hallenbad/Schwimmbad, Sporthalle, Schulen, RAZ und Wysshölzli-Klinik kann momentan nicht mit der Linie 52 realisiert werden. Immerhin habe man mit der Idee der Aufteilung in einen West- und Ost-Ast deutlich gemacht, dass diese Art der Erschliessung mittelfristig notwendig und nicht nur im Interesse von Herzogenbuchsee, sondern der ganzen Region, ist. Entsprechende Absichten werden auch vom Kanton unterstützt. Im metron-Schlussbericht steht denn auch: Die Aufteilung werde nicht weiter verfolgt, aber «hinsichtlich künftiger Überlegungen in dieser Richtung sind eventuell vertiefte Erhebungen der Nachfrage ins Auge zu fassen».

Herzogenbuchsee, 10. Juli 2018